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DIFGB e.V.

Forschungslandkarte

Forschungsaktivitäten zu Inklusion, Teilhabe und Behinderung sichtbar machen

Eine interaktive Forschungslandkarte als Beitrag zu Netzwerkbildung und Erfahrungsaustausch

Es wird bundesweit viel geforscht zum Thema Inklusion und zu der gesellschaftlichen (Teilhabe-)Situation von Menschen mit Behinderungserfahrungen. Es gibt jedoch keinen Ort / keine Institution / keine Plattform, an der alle diese Forschungsaktivitäten zusammenlaufen. Somit fehlt auch ein zentraler Anker für Inhalts- und Erfahrungsaustausch, Vernetzung und mögliche Zusammenarbeit. Dies ist jedoch notwendig, um Inklusion tragfähig weiter zu entwickeln und Forschungserkenntnisse zum Einen auch wirkungsvoll in der Praxis zu etablieren. Gleichzeitig soll zum Anderen auch die Praxis stärker direkt in die Konzeption von Forschungsvorhaben eingebunden werden: Menschen mit Behinderungserfahrungen sollen aktiv bei der Identifikation relevanter Forschungsthemen beteiligt werden.
Die DIFGB möchte einen Beitrag dazu leisten, Forschung zum Thema Inklusion, Teilhabe und Behinderung bundesweit zu ermitteln, zu bündeln und sichtbar zu machen in Form der Entwicklung einer online-basierten interaktiven Forschungslandkarte.

Nach einer bundesweiten Erhebung der Forschungsaktivitäten soll zusammen mit forschungserfahrenen Menschen mit so genannter geistiger Behinderung (aus Partizipativen Forschungsprojekten an der Universität Leipzig) in einem partizipativen Fokusgruppenarbeitsprozess ein barrierefreies Nutzungskonzept einer interaktiven Forschungslandkarte erstellt werden.

Der Innovationsgehalt des Projektes lässt sich auf zwei Ebenen verorten: Auf der inhaltlichen Ebene liegt eine Besonderheit in dem Anspruch der erstmaligen Sichtbarmachung von Forschung zum gesellschaftlich bedeutsamen Thema Inklusion (institutions- und trägerübergreifend) und einem damit verbundenen verbesserten doppelseitigen Forschungs-Praxis-Transfers. Auf der methodischen Ebene entspricht der stringente Anspruch der Partizipation von Menschen mit so genannter geistiger Behinderung einem zentralen Qualitätsmerkmal der Beteiligung und Mitsprache der Hauptpersonen.

Das Projekt verkörpert einen direkten und indirekten sozialen Innovationsanspruch: Es soll Vorbildcharakter haben durch die Mitwirkung von Menschen mit so genannter geistiger Behinderung innerhalb des Projektes, aber auch durch die Nutzung der Projektergebnisse (barrierefreie Forschungshomepage) zur Veränderung sozialer Praktiken anregen (z.B. die Reflexion und Änderung des institutionellen Umgangs mit Menschen mit Behinderungserfahrungen).

Das Projekt soll einen nachhaltigen Beitrag zum verbesserten und barrierefreien Transfer von Forschungserkenntnissen zu den Themen Inklusion, Teilhabe und Behinderungserfahrungen in die gesellschaftliche Praxis leisten.

Durch die Entwicklung sowie die weiterführende Verbreitung und Nutzung einer Forschungslandkarte sollen Forschungsprojekte und -ergebnisse nicht nur besser sichtbar werden, sondern auch eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Forschungs- und Praxiseinrichtungen ermöglichen. So sollen bspw. folgende Fragen künftig besser beantwortet werden können: Welche Forschungserkenntnisse sind für uns als Praxiseinrichtung gerade bedeutsam? Wo finde ich Kooperationspartner*innen für ein bestimmtes Projekt? Wie könnte die Weiterentwicklung von gesellschaftlich brisanten Fragen im Bereich Inklusion und Diversität aussehen? etc.

In Kooperation mit der Universität Leipzig soll die Möglichkeit einer nachhaltigen Nutzung der erarbeiteten barrierefreien Forschungslandkarte durch a) stetige Aktualisierung, b) Arbeit mit der Forschungslandkarte im Rahmen von Teilhabe-Tagungen, institutionellen Fachtagen, Aktionsbündnissen, politischen Aktivitäten etc., c) Einbringen von forschungsrelevanten Themen durch Menschen mit Behinderungserfahrungen als Interessensvertreter*innen erfolgen.

Das Vorhaben beginnt im Juli 2019 und wird u.a. durch die Hans-Sauer-Stiftung gefördert.

gefördert durch die

hans sauer stiftung